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Warten auf etwas, das nie kommt

Das Leben verändert sich, die ganze Zeit. Du veränderst Dich. So wie Du jetzt bist, wirst Du nie wieder sein. Und so wie Du jetzt bist, warst Du nie zuvor.

Manchmal erinnern wir uns gerne an frühere Zeiten. Wie wir aussahen, was wir gemacht haben, was wir hatten, wer unsere Freunde waren. Vielleicht sind es schöne Erinnerungen und wir wünschen uns einen Teil dieser Zeit in die jetzige. Vielleicht waren es Dinge, Eigenschaften, Menschen, die wir froh sind, nicht mehr in unserem Leben zu haben. Wir haben ständig Wünsche und Ängste die Zukunft betreffend. Wie soll sie sein? Wie werden wir uns fühlen, wenn das eingetreten ist? Wir freuen uns darauf und zerbrechen uns den Kopf darüber, wo wir aufpassen müssen, dass nicht dies oder jenes passiert. Und bei dem andauernden Grübeln über das, was einmal war und das was kommen könnte, vergessen wir zu leben.

Du siehst nicht das romantische Plätzchen am Ufer, mit dem stillen Wasser in einem sonst so reißenden Fluss, eingebettet im Wald. Du fühlst nicht die Wärme in Deinem Herzen, wenn Dein Partner Dich morgens liebevoll zum Abschied küsst. Du bemerkst nicht die wortlose Einladung Deiner freundlichen Nachbarin, doch noch ein bisschen länger zu bleiben. Erst wenn der Moment verflogen ist, fühlst Du, dass Du doch etwas fühlen hättest können. Erst dann merkst Du, wie glücklich Du Dich schätzen kannst. Was alles da ist, worauf Du doch schon so lange wartest.

Und Du wartest.

Irgendwann musste ich die Dinge, die ich liebe für eine Weile beiseitelegen. Um etwas zu tun, das mir in Zukunft viel bringen würde. Ich sagte mir, später werde ich das alles wieder haben und die Chance es noch mehr zu genießen. Die Hoffnung darauf, dass es dann da sein würde ließ mich durchhalten. Ich wartete. Immer noch ein bisschen länger als geplant. Schob die schönen Dinge vor mir her. Irgendwann war ich dann da, wo ich hin wollte. Doch ich habe nicht aufgehört zu warten. Ich hatte verlernt, zu leben. Alles war da und trotzdem in weiter Ferne.

Aber ich lernte. Langsam kam alles zurück. Die Momente, in denen ich da bin. In denen ich wieder in mir bin, kamen häufiger. Ich fühlte wieder. Das kribbeln in mir. Den weichen Waldboden unter meinen Füßen. Die stechende Kälte des Wassers im Gebirgsbach auf meiner Haut. Dann tickt die Uhr langsamer und ich wache auf. Ich merke, dass es keinen Grund gibt, zu warten. Alles, was ich will, was ich brauche, ist schon längst da.

Es Liegt An Dir

Zu fühlen, kannst Du nicht aus Ratgebern lernen. Du kannst nur in Dich hinein hören und genau zuhören. Jeden Tag. Was ist da, das Dich blockiert? Was legt sich wie ein Schutzfilm über Deine Seele? Wovor hast Du Angst? Worauf hoffst Du? Worauf wartest Du? Öffne Dich. Dann wird sich mit Dir die Welt öffnen.

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Gras
Sabine Gleiss
Zertifizierte Yogalehrerin
E-RYT 500 Yoga Alliance
YACEP Yoga Alliance
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